Definition

1. Definitionen: Enuresis nocturna

Unter Enuresis nocturna versteht man unwillkürliches nächtliches Einnässen bei normaler Blasenfunktion nach dem 6. Lebensjahr an mindestens 2 Nächten pro Monat.

Nocturna Enuresis ist der Fachausdruck für das Bettnässen, bei dem es zwei Unterscheidungen gibt.

1. Primäre Enuresis:
Man spricht dann von primärer Enuresis, wenn jemand seit Geburt an nie längere Zeit z. B. über 1/2 Jahr „trocken" gewesen ist.

2. Sekundäre Enuresis:
Man spricht dann von sekundärer Enuresis, wenn jemand schon längere Zeit, ca. 1/2 Jahr nachts „trocken" gewesen ist und erneut begonnen hat, nachts einzunässen.

80-90 Prozent der Fälle von nocturna Enuresis sind vom Typ der „primären Enuresis".


Trotzdem vermag es eine Tagessymptomatik im Sinne einer Pollakisurie ( gehäuftes Wasserlassen am Tag )
Dysurie ( Symptomen - Komplex der mit Schmerzen, Brennen sowie sonstigen Beschwerden beim Wasserlassen einhergehen kann ) und deutlicher Harndrang mit oder ohne Urinverlust zu geben. Handelt es sich hierbei um unkontrollierten unfreiwilligen Harnabgang verbunden mit intensivem Harndrang, so kann auch an eine Dranginkontinenz ( Urge - Inkontinenz, Reizblase siehe hierzu Anhang ) gedacht werden.

Ursachen einer Enuresis können sein:
· anatomische Defekte von Schließmuskel und Blase
· Störungen der Innervation von Blase und Schießmuskel: z.B. Myelomeningocele.
· Funktionelle Störungen von Blase und Schließmuskel (mono-symptomatische) Enuresis nocturna

Einige Autoren, so z. B. Jürgen Sökeland, der Herausgeber des Lehrbuches für Urologie sieht die Enuresis als Folge einer seelischen Störung des Kindes. Gleichzeitig verweist er auf die Bedeutung der urologischen Untersuchung bzw. gynäkologischen Untersuchung mittels derer organische Veränderungen der Harnwege auszuschließen bzw. zu bestätigen sind.
Gibt es keine organischen Veränderungen, können generell zwei Behandlungswege verfolgt werden: die sogenannte „indirekte Therapie" und die „direkte Therapie".

Die „indirekte Therapie" richtet sich an die Eltern. Sökeland hält es für erwähnenswert, daß unter Psychotherapie der Mutter das Einnässen des Kindes verschwinden kann.
Die „direkte Therapie" kann bei organischen Krankheitsursachen eingesetzt werden. Hier richtet sie sich nach dem Grundleiden. Die Prognose der Enuresis wird allgemein als günstig beurteilt, auch von anderen Autoren als von Sökeland, wenn die Behandlung in einer Atmosphäre von Geduld und Verständnis erfolgt. Spontane Ausheilungen sind ebenfalls bekannt.

Generell gilt, daß sich die Behandlung nach der Ursache der Enuresis richten sollte. Siehe hierzu auch die neueren Studien aus der Genforschung.

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